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Die Demokratie bewahren - Tag der Vielfalt bei FAB: Musik, Essen und Aus-tausch.

21.09.2018 | FAB


Wetteraukreis. Die Interkulturelle Woche wurde 2007 bundesweit ins Leben gerufen, um Menschen mit verschiedenen Nationalitäten und Glaubensrichtungen miteinander ins Gespräch zu bringen. Der „Tag der Vielfalt“ bei Frauen Arbeit Bildung (FAB) ist eine zentrale Veranstaltung im Rahmen dieser Woche. Menschen aus 65 Ländern bilden sich bei FAB weiter.
Zahlreiche von ihnen schieben sich Donnerstag durch die Räume, um bei der feierlichen Begrüßung mit dabei zu sein. Es sind eindringliche Worte, die sowohl die Geschäftsführerin von FAB, Karin Frech, als auch die Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch (SPD) übers Mikro sprechen. Dass Demokratie alles andere als selbstverständlich ist, dass es ein langer Weg war, aber noch gar nicht so lange her ist, dass die Frauen zumindest per Gesetz den Männern ebenbürtig sind.
„Alle Menschen, die zu uns kommen, aus Ländern, in denen vielleicht eine andere Staatsform als die Demokratie herrscht, sollen lernen, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind. Wir haben freien Zugang zur Bildung und sowohl Männer als auch Frauen können wählen. Das ist ein großes Pfund, das wir haben“, sagte Karin Frech. Ein friedliches Miteinander sei das Ziel von FAB und auch das Ergebnis einer Demokratie.
Stephanie Becker-Bösch ist Schirmherrin der Interkulturellen Woche. Sie lobt die sehr gelungene Veranstaltung im Grünen Weg. „Wir hier alle sind das Volk und nicht irgendwelche, die sich immer wieder herausnehmen, über uns urteilen zu dürfen.“ Deswegen sei es wichtig, dass sich alle gemeinsam und jeden Tag sowohl im Kleinen als auch beim Gang zur Wahlkabine für die demokratischen Strukturen engagieren. Es sei noch gar nicht so lange her, dass die Gleichberechti-gung von Mann und Frau im Grundgesetz manifestiert wurde. „Zu kurz, um zu urteilen, ob Menschen, die zu uns kommen und unsere Strukturen kennenlernen, sich innerhalb von Stunden diesem System unterwerfen müssen. Wir müssen sie ganz langsam auf diesem Weg mitnehmen.“
Zu einer Reise durch die Tätigkeitsfelder der gemeinnützigen Gesellschaft Frauen Arbeit Bildung lädt Geschäftsführerin Karin Frech ein. Die drei großen Fachbereiche Bildung, Betreuung und Ernährung präsentieren ihre Bandbreite. Den musika-lischen Auftakt bilden die Wartrock-Band der Wartbergschule in Friedberg und die Cheerleader der Hammerwaldschule in Hirzenhain. Rappen, Tanzen, Singen – im Untergeschoss wird es freudig-musikalisch. Die Vielfalt der Kulturen spiegelt sich auch im Essensangebot wider. Im Meeting-Point ist zum Beispiel eine marokkanische Teestube eingerichtet. Die Malerin Khujesta Shirzür aus Afghanistan stellt dort ihre Bilder aus und lässt die Zuschauer die Technik ausprobieren.
FABiS, das steht für FAB in Service, informiert über den Bereich der Pflege und präsentiert unter anderem SOS-Dosen. Der Leiter des Bereichs Ernährung, Matthias Becker, zündet auf dem Außengelände das Feuer am Dreibein an und
serviert eine deftige Kartoffelsuppe. Der Bereich Bildung fordert die Gäste auf, sich auf eine Alterssimulation einzulassen. Mit einer mit Gewichten bestückten langen Weste, Gamaschen, einer präparierten Brille, Kopfhörern und dicken Handschuhen wird die Zeitmaschine angestellt. Sich einmal alt zu fühlen weckt gleichzeitig auch die Empathie für diejenigen, die durch Beschwerden oder degenerative Entwicklungen in ihrem Alltag eingeschränkt sind. Auch Versuche, mit denen kognitive Störungen simuliert werden, sensibilisieren für die Situation von dementiell Erkrankten.
Teilnehmer der weiterführenden Deutschkurse beteiligen sich an einer Talkrunde zu den Themen Gleichberechtigung, Glaube & Religion und Traditionen und Feste. Sie kommen aus der Türkei und Bulgarien. In beiden Ländern würden Frauen für dieselbe Arbeit in ihren Ländern auch die gleiche Bezahlung wie die Männer erhalten. Die beiden türkischstämmigen Teilnehmer beschreiben den Wandel in ihrer Heimat. Eine echte Wahl gebe es nicht, Politiker müssten Geld bezahlen, wenn sie in die Parlamente einziehen wollen. Die Sorge um die Zukunft in der Türkei sei groß. In Deutschland fühlen sie sich wohl. „Auch hier in Deutschland gibt es Kräfte, die an der Demokratie rütteln. Wir haben weltweit einen Rechtsruck in der Gesellschaft und dieser erschwert die Gleichberechtigung und gefährdet die Freiheit“, gibt Karin Frech im Gespräch mit den Teilnehmern zu bedenken. „Für die Demokratie müssen wir uns weiter einsetzen.“

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