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Auf den Spuren des deutschen Alltags in Friedberg

06.10.2017 | Bildung


Friedberg. Eigentlich ist es ein schon bekanntes Bild in deutschen Kleinstädten. Eine bunte Mischung aus Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia, Iran - Frauen und Männer. Sie unterhalten sich in vielen Sprachen - deutsch, englisch, französisch oder arabisch. Hört sich an wie eine internationale Besucherdelegation auf Schnitzeljagd. Ist es aber nicht.

Die Schnitzeljagd ist Teil eines vierwöchigen Orientierungskurses für Asylbewerber/innen und Migranten/innen, angeboten von der FAB gGmbH (Frauen Arbeit Bildung) in Kooperation mit dem Jobcenter Wetterau. Die Teilnehmer/innen erhalten Hilfestellung bei der Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt.

Es ist ein seltsames Gefühl den Kurs zu begleiten. Die Gruppe ist mit durchschnittlich elf Personen recht groß. Dafür aber sehr ruhig. Unterhaltungen werden leise geführt. Es scheint, als wolle niemand auffallen. Doch Sie fallen auf!

Die Schnitzeljagd durch Friedberg wird von zwei Mitarbeiterinnen der FAB begleitet und besteht aus Flüchtlingen aller Altersgruppen. Wie heißt der Landrat und wo ist das Landratsamt? Welche Städte sind Partnerstädte? Wo ist das Friedberger Krankenhaus und wie finde ich die richtige Station? Wo ist die Post und wo der Bahnhof?

Kommt man neu in einem Land an, stellen sich sehr viele Fragen. Während der Tour durch Friedberg nutzen viele Teilnehmer/innen des Kurses die Gelegenheit und stellen alle möglichen Fragen zu Land und Leuten. Nicht alle sind leicht zu beantworten. Die Kursleiterinnen sind alte Hasen, sie führen den Kurs ganz selbstverständlich durch die Stadt.

Dennoch, viele Augen sind auf die Gruppe gerichtet wenn sie vom Landratsamt zum Ärztehaus, vom Krankenhaus zur Schule und von der Postfiliale zum Bahnhof laufen. Mal freundlich begrüßt, oft kritisch beobachtet und auch mal abschätzig kommentiert. "Ein seltsames Gefühl mitzulaufen, weil es einerseits so wichtig ist durch solche Angebote Integration aktiv zu betreiben. Andererseits aber auch beschämend ist, wie missgünstig die Teilnehmer/innen manchmal beobachtet werden, bei Ihrem Versuch Teil dieser Gesellschaft zu werden" ergänzen sich die Kursleiterinnen. Im selben Atemzug erklären sie den Teilnehmern abschließend wie man den Fahrplan am Bahnhof liest, um sich dann bis zum morgigen Tag zu verabschieden.

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