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Wetteraukreis - der unzufriedene Speckgürtel

25.09.2017 | FAB


Das Ergebnis der Bundestagswahl wird allerorten überrascht  und erschrocken wahrgenommen. Viele Parteien versprechen einen genauen Blick auf die AfD und eine "schonungslose" Analyse von Wahlerfolg und Wahlschlappe. Das ist gut so. Es kommt jedoch zu spät und reicht nicht aus!

Es ist gut zu sehen, dass noch am Wahlabend zahlreiche Menschen den Weg auf die Straße gefunden haben, um ihrem Unmut und Ihrer Angst über das Ergebnis und das was damit kommen könnte Luft zu machen. Es ist aber nicht gut zu sehen, wie erschreckend nüchtern die Parteien damit umgehen. Ein bisschen mehr Entsetzen ist durchaus angebracht.

Gerade deshalb ist es höchst erfreulich, dass besonders die jungen Wähler in vielen Interviews nach der Wahl zu Wort gekommen sind und schlicht auf den Punkt gebracht haben, was die Politik am gestrigen Abend nicht formulieren wollte: Es ist erschreckend und traurig zugleich, dass zum ersten Mal nach 1945 wieder eine rechtsextreme Partei den Weg in den Bundestag gefunden hat - und das unter einem konservativen Vorhang mit zweistelliger Prozentzahl.

Auch der Blick auf die Wahl in der Wetterau ist ernüchternd. Dem Speckgürtel von Frankfurt geht es wirtschaftlich gut. Wir profitieren von der internationalen Wirtschaftskraft der Metropole und tragen einen wesentlichen Teil dazu bei.

Die Wetterau hat aber auch einen ganz wesentlichen Teil zum Erfolg der AfD beigetragen. Es reicht also nicht die Ursachen allein im Osten des Landes zu suchen. Wir sollten uns ganz offen und selbstkritisch fragen, wie es so weit kommen konnte und was wir tun können um diese Entwicklung zu unterbinden. Auf die AfD Wähler mit dem Finger zu zeigen wird das Problem nicht lösen, sondern verstärken.

Politikverdrossenheit ist keine Erklärung - im Gegenteil. Die hohe Wahlbeteiligung hat auch bei uns klar gemacht, dass Unzufriedenheit zu den Wahlurnen treibt. Ein wesentlicher Teil der Wetterauer Wähler fühlt sich von den etablierten Parteien und der Politik nicht abgeholt. Noch ist die AfD eine reine Protestpartei.

Parteien aller Farben, Vereine, Verbände und Institutionen mit Bildungsaufträgen sollten sich zusammenschließen und mit demokratischen Instrumenten eine Kraft gegen diese Entwicklung in unserer Region finden. Die FAB ist dabei.

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