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Am Anfang war der Müsli-Erlass

15.03.2017 | FAB


Büdingen (bg). Passend zum Weltfrauentag feierte die Wetterauer Gesellschaft Frauen Arbeit Bildung (FAB) gleich drei Jubiläen: Den Verein FAB gibt es seit 25, die gemeinnützige FAB GmbH seit 15 Jahren und das Projekt „Mehrgenerationenhaus Wetterau” geht in sein zehntes Jahr. FAB ist damit zur Institution in der Wetterau geworden, stetig gewachsen und hat viele Höhe und Tiefen durchlebt.

Mit dem Beispiel der britischen Schauspielerin Emma Watson, die sich aktiv für Frauenrechte einsetzt, begann Katrin Anders vom Vorstand der FAB ihre Rede. „Diese Rechte sind kein selbstverständliches Gut. Es braucht Frauen, die dafür einstehen. In der Wetterau ist es seit 25 Jahren die FAB, denn sie stärkt und fördert diese Grundlagen. Daher konnten im vergangenen Vierteljahrhundert viele Frauen in der Wetterau stark gemacht werden“, lobte sie. Ulla Becker, ebenfalls Vorstandsmitglied, zeigte die Geschichte des mit heute mit mehr als 400 Mitarbeitern agierenden Unternehmens aus kleinen Anfängen auf.

Mit dem sogenannten „Müsli-Erlass“ der damaligen Hessischen Landesregierung aus dem Jahr 1993 begann die Erfolgsgeschichte der FAB, denn erste Schulkioske mit der Maßgabe „gesundes Frühstück“ wurden übernommen. Später kamen Essensaufträge für Kindergärten hinzu. Mittlerweile kocht der Zweckbetrieb der FAB, die „KochFABrik“, täglich für rund 1.800 Kitas und Schulen und ist nach dem Standard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zertifiziert.

„Der besondere Fokus lag immer auf der Förderung von Frauen und Mädchen“, sagte Becker, die den Wandel in den vergangenen Jahren von einer reinen Beschäftigungsinitiative hin zu einem starken gemeinnützigen und zukunftsorientierten Frauenunternehmen in der Wetterau bewusst machte. Ihr Dank ging dabei besonders an die Geschäftsführerin Karin Frech, die mit Weitsicht viele Klippen, auch finanzieller Art, umschifft habe. Sie vergaß aber auch nicht die motivierten Mitarbeiter, die zum Erfolg beigetragen hätten, zu erwähnen. „Es war ein wahnsinniger Glücksgriff, das wir dich bekommen haben“, lobte sie das Engagement von Frech.

Diese sagte: „Ich kann nur dazu aufrufen, weiter zu kämpfen und das weltweit. FAB ist mitten in der Pubertät und hat noch ganz viel Potenzial zu wachsen. Viele kreative Frauen, mittlerweile auch Männer, schaffen neue Projekte. Wir machen verrückte Sachen, das macht unseren Erfolg aus“, bekräftigte die Geschäftsführerin. Das Kämpfen für Frauen sei auch immer ein Einsatz für die Menschenrechte und das gute Miteinander, Schlüssel dafür das Recht auf Bildung. „Dafür setzen wir uns jetzt und in Zukunft mit aller Überzeugung ein.“

Beeindruckt zeigte sich Büdingens Erste Stadträtin Henrike Strauch von den drei Säulen Bildung, Betreuung und Ernährung. Sie erinnerte sich noch lebhaft an die erste kleine Küche in Selters. Als positiv bezeichnete sie es für Büdingen, dass FAB gegen den Trend nicht alle ihre Betriebsstätten in Friedberg zentralisiere, sondern ebenso im Ostkreis, insbesondere in Büdingen, stark vertreten sei. „Der Strukturwandel macht vor dem ländlichen Raum nicht Halt, das birgt Risiken und Chancen“, meinte Strauch.

Vier Standorte unterhält der Bildungsträger hier. Seit nunmehr 15 Jahren begleitet Kornelia Schäfer, Leiterin des Fachdienstes Frauen und Chancengleichheit im Wetteraukreis, die FAB und konstatierte: „Es waren bewegte und auch turbulente Zeiten.“ Die FAB sei Mit-Initiatorin bei der Ausschreibung „familienfreundliches Unternehmen“ des Wetteraukreises und scheide somit als Preisträger aus – sonst würde das Unternehmen zurecht diese Auszeichnung erhalten, denn die Vereinbarkeit von Frauen und Familie werde hier groß geschrieben.

Foto: Tine Lott spielt live auf der FAB Veranstaltung zum Weltfrauentag in Büdingen (Groth)

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